Leitung: Britta Günther, Marcus Coelen
»Wir [...] betonen ausdrücklich, daß die Technik nicht richtig verstanden, also auch nicht richtig angewandt werden kann, wenn man die Begriffe verkennt, die sie begründen.«
Jacques Lacan, Funktion und Feld des Sprechens und der Sprache in der Psychoanalyse (1953)
Wir brauchen die Arbeit an den psychoanalytischen Begriffen, um analytische Technik verstehen und anwenden zu können. Begriffsarbeit und technê – Handhabung, Kunstfertigkeit, Arbeitsweise – sind somit als voneinander nicht trennbar gesetzt. Wie bei jedem Zwilling, so geht auch bei diesem einer voran. Begriff und Technik sind jedoch in einem Kreuzbandknoten ineinander geschlungen. So kann die Arbeit an den psychoanalytischen Begriffen nur als Erstes erscheinen, weil sie zugleich auf dem fußt, was ihr nachfolgen soll: auf der Technik, der talking cure, die den originären Bezug der Psychoanalyse zu Funktion und Feld des Sprechens und der Sprache eröffnet, woran die psychoanalytische Begriffsarbeit sich ausrichten muss.
Dies schreibt Lacan 1953, als Lehranalytiker, in Bezug auf die Ausrichtung der Bildung des Psychoanalytikers. Gut zehn Jahre später, als er sein elftes Seminar beginnt, ist Lacan die Funktion eines Lehranalytikers abgesprochen, er unterrichtet an einem anderen Ort und nicht mehr länger nahezu ausschließlich Kandidatinnen und Kandidaten der Psychoanalyse. Untrennbar von der Frage nach der Arbeit an den Grundbegriffen von Seminar XI – Unbewusstes und Wiederholung, Übertragung und Trieb – ist somit auch die Frage, von wo aus Lacan in Seminar XI spricht.
Termine/Ort
für das Wintersemester ab Oktober bei:
Praxis Marcus Coelen, Jutastraße 3, 80636 München
Unkostenbeitrag
10 Euro / ermäßigt 5 Euro pro Sitzung
Anmeldung
Marcus Coelen, mc@pli-selon-pli.de, 0176 2362 9009 oder
Britta Günther, bg@pli-selon-pli.de, 0171 6840 410