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Ringvorlesung »Einführung in die Psychoanalyse Jacques Lacans«

Januar 30th, 2010

Leitung: Miriam Goretzki-Wagner, Andreas Hammer, Fotini  Ladaki-Schmidt, Michael Meyer zum Wischen

Zeit: Donnerstag, 14-täglich

Beginn: nach der Sommerpause: 22. Oktober

Weitere Termine: 16. Dezember 2010, 20. Januar 2011.

Ort: Universität zu Köln, Hauptgebäude (Albertus Magnus Platz 1), Hörsaal XVIII

Das Werk des französischen Psychoanalytikers Jacques Lacans (1901-1981) zeichnet sich durch eine Verknüpfung des psychoanalytischen mit anderen Diskursen aus. So finden sich in seinen Seminaren und Schriften wechselnde Bezüge zwischen der psychoanalytischen Erfahrung und der Philosophie, der Theologie, den Sprachwissenschaften, der Mathematik, der Literatur und den bildenden Künsten, sowie vielen anderen Bereichen. Lacan geht von einer Relektüre der Freudschen Texte aus, deren Begriffe und Fragen er wieder aufgreift und in jeweils verschiedenen Feldern auf die Probe stellt. Lacan hat mit dieser Rückkehr zu Freud das zu erforschen gesucht, was mit der Psychoanalyse auf dem Spiel steht: in jeder einzelnen psychoanalytischen Kur, wie in der Kultur selbst. Als zentralen Dimensionen des Freudschen Werkes entdeckte Lacan, die für das Sprechwesen Mensch bestimmenden Register des Symbolischen, des Imaginären und des Realen: der sprachlich-differentiellen Ordnung, des bildlich Kohärenten und des Sinns, sowie des außerhalb des Sinns liegenden Unmöglichen. Die Psychoanalyse Lacans untersucht die Verknüpfungen dieser Register beim einzelnen Subjekt wie auch bei künstlerischen Schöpfungen, kulturellen Phänomenen, in der Wissenschaft und Gesellschaft. Das jeweils Singuläre solcher Verknüpfungen von RSI bezeichnete Lacan als Sinthome.

In unserer Reihe möchten wir vor allem diese drei Register der Lacan’schen Psychoanalyse vorstellen und ihre vielfältigen Bezüge zu entfalten suchen. Dazu gehören auch die geschichtlichen Zusammenhänge des Lacan’schen Werkes. Dabei werden wir die zentralen Begriffe erarbeiten, die bei Lacan eine wichtige Rolle spielen. Zum Beispiel: das Spielstadium, das Phantasma, der Signifikant, Begehren und Genießen, der kleine und der große Andere, sowie das Objekt a. Wir möchten diese zum Teil schwierigen Begriffe und Konzepte jeweils auch innerhalb anderer Bereiche als dem der Psychoanalyse im engeren Sinne erschließen und bearbeiten, sowie mit Ihnen darüber in einen Austausch treten. Jeder Beitrag wird etwa 45-60 Minuten dauern, sodass wir jeweils noch eine gute halbe Stunde Zeit zur Diskussion haben werden.

Parallel findet eine Seminarreihe zur Vorlesung statt, die von Miriam Goretzki-Wagner und Andreas Hammer organisiert wird (in der Praxis von Andreas Hammer)

Beginn: nach der Sommerpause: 22. Oktober, 16. Dezember 2010, 20. Januar 2011.

Referenten:

  • Catherine Moser: „Unbewusstes Körperbild zwischen Realem und Imaginärem: Traum und Trauma bei Frida Kahlo und René Margritte“
  • André Michels: „Logik des Phantasmas: Frankenstein und der moderne Mythos“
  • Michael Meyer zum Wischen: „Phantasma und Urszene: Auf den Spuren des Wolfsmanns“

Literatur: wird jeweils angekündigt

Anmeldung: für die Vorlesung nicht notwendig; für das begleitende Seminar: praxis@andreashammer.com.

Weitere Informationen: www.textura-freudlacan.de