Leitung: Britta Günther, Marcus Coelen
Wenn eine Kategorie vom Begriff trennt, dass sie als Begriff etwas von dem, was sie bezeichnet, verkörpert, muss jede Kategorie daraufhin befragt werden, was sie dem Körper entreißt oder abschneidet.
Die Beschäftigung mit der Stimme hat im vergangenen Semester die Lektüre einiger Passagen aus Seminar X, Die Angst, zur Abtrennung / Erfindung des Objekts a angeregt, die wir im Sommersemester in drei Sitzungen fortsetzen wollen. Dabei möchten wir den »Schnitt« als Kategorie lesen, die der Erfindung des Objekts a zugrunde liegt. Wenn aber ein Schnitt »zu Grunde« liegt, berührt dies unweigerlich den Status des hervorgebrachten Objekts, der sich über einem Schnitt und durch ihn erhebt. Den Schnitt als Kategorie zu denken heißt aber auch, ihn ausdrücklich als Verbindungsstück anzusehen zwischen Abfall / Rest des Objekts a, wie Lacan ihn im Seminar zur Angst ausarbeitet, und den Grundbegriffen, die er im darauf folgenden Seminar XI ins Zentrum stellt.
Das Seminar ist offen für alle Interessierten. Wir bitten um eine Anmeldung per E-Mail bei Marcus Coelen, mc@pli-selon-pli, oder Britta Günther, bg@pli-selon-pli. Textausschnitte für die einzelnen Sitzungen werden wir über den Seminarverteiler versenden.
Termine:
10. Juni / 1. Juli / 22. Juli
jeweils 20.00 – 22.00 Uhr
Ort: Praxis Dr. Marcus Coelen, Jutastraße 3, 80636 München, 089 2020 9685
Unkostenbeitrag: 10 Euro (ermäßigt 5)
Im Herbst möchten wir im Rahmen von pli mit der Lektüre von ausgewählten Passagen aus Seminar XI, Die vier Grundbegriffe der Psychoanalyse, beginnen. An der Ludwig-Maximilians-Universität wird desweiteren im Wintersemester eine Vorlesung unter dem Titel »Jacques Lacan, die Psychoanalyse und die Literatur« angeboten (Marcus Coelen / Romanistik, Komparatistik).
* Vgl. Jacques Lacan, Seminar X, Die Angst, S. 295