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5.–7. März 2010 – Kongress der AFP: »Norm – Normalität – Gesetz«

September 6th, 2009

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KONGRESS

Norm – Normalität – Gesetz

5. bis 7. März 2010, Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe

» … aucun analyste ne peut s’autoriser sous aucun angle à parler du normal, de l’anormal non plus d’ailleurs.«

» … in keinerlei Hinsicht kann ein Psychoanalytiker es sich erlauben, vom Normalen zu reden, ebensowenig übrigens vom Anormalen.« (J. Lacan)

Die Frage nach Norm, Normalität und Gesetz ist für die Psychoanalyse von grundlegender Bedeutung. Nicht nur in Bezug auf die ihre Geschichte begleitenden Versuche, Standards ihrer Ausübung zu entwickeln, und nicht nur wegen der ständigen Normierungsversuche, denen die Psychoanalyse ausgesetzt ist. Schon im Freud‘schen Werk taucht der Begriff der Norm häufig auf. Kann man diesen auf den normalen Ablauf einer Funktion reduzieren? Und was soll es heißen, wenn Lacan davon spricht, dass die Analyse zu einer Normativierung des Ödipuskomplexes führt? Welcher Unterschied besteht zwischen Normalisierung und Normativierung? Ist die Psychoanalyse schlicht und einfach außerhalb jeder bestehenden Norm anzusiedeln? Oder, welchen Normen ist sie unterworfen? Was sagt es dem Psychoanalytiker wenn seine Analysanten von normalen Zuständen, normalem Verhalten usw. sprechen? Welche Begriffe von Norm sind am Werk, wenn etwa Neurowissenschaftler zur Psychoanalyse Stellung nehmen?

Was meinen Psychoanalytiker, wenn sie von Gesetz sprechen – im Unterschied zum juridischen Begriff? Oder haben die verschiedenen Diskurse jeweils verschiedene Normen und Gesetze? Gibt es eine »allgemeine Theorie der Normen« wie sie etwa Hans Kelsen vorgeschlagen hat? Welchen Normen folgt z.B. Freuds Aufsatz über die »Laienanalyse«, in dem er versucht, einem »Unparteiischen« die Psychoanalyse verständlich zu machen? Ist etwa die Verständlichkeit des psychoanalytischen Vorgehens eine normative Bedingung, die sie gegenüber den Wissenschaften einzulösen hat?

Mehr denn je sind wir dazu aufgefordert die Position der Psychoanalyse gegenüber der Öffentlichkeit und der Politik der Psychotherapie zu erläutern. Die Auseinandersetzung mit den hier skizzierten Fragen ist umso drängender geworden, als die theoretischen Voraussetzungen der Psychoanalyse vielfach in Frage gestellt werden. Wie würde eine Relektüre ihrer Grundbegriffe in einem – gegenüber Freud und Lacan – völlig veränderten diskursiven Umfeld aussehen?

Folgende Themen stehen zur Diskussion:

|  Standardisierung und Normierung in Psychoanalyse und Psychotherapie

|  Politik der Psychoanalyse / Psychoanalyse der Politik

|  Subversion der Normalität und klinische Theorie

|  Das Gesetz und das Reale

|  Kunst, Norm, Transgression

|  Jenseits der Verordnung

Mit Beiträgen von:

Michael Bartsch (Karlsruhe) Cristina Burckas (Freiburg) Gabrielle Devallet-Gimpel (Toulouse) Miriam Goretzki-Wagner (Köln) Britta Günther (Hamburg) Annemarie Hamad (Paris) Christian Kläui (Basel) Anna-Elisabeth Landis (Böblingen) Michael Meyer zum Wischen (Köln) André Michels (Luxemburg/Paris) Peter Müller (Karlsruhe) Karl-Josef Pazzini (Hamburg) Dietrich Pilz (Berlin) Werner Prall (London) Claus-Dieter Rath (Berlin) Karin Schlechter (Köln) Michael Schmid (Bregenz) Marianne Schuller (Hamburg) Bernhard Schwaiger (Neustrelitz) Jean-Renaud Seba (Liège) Peter Sloterdijk (Karlsruhe) Christoph Tholen (Basel) Anna Tuschling (Basel) Rivka Warshawsky (Tel Aviv) Peter Weibel (Karlsruhe) Peter Widmer (Zürich)

Kongressprogramm

Freitag, 5. März 2010, 18.00 – 22.00 Uhr

ab 18.00

Einschreibung

19.00

Peter Müller: Begrüßung und Einführung

19.15

André Michels: Zur Kritik der normativen Vernunft

19.45

Bernhard Schwaiger: ›Strafbedürfnisse‹ – Jugendstrafvollzug zwischen Norm und Gesetz

20.15

Diskussion mit Michael Bartsch, Jean-Renaud Seba und Christoph Tholen

Moderation: Peter Müller

21.30

Kleiner Empfang in der Eingangshalle der HfG

Samstag, 6. März 2010, 9.00 – 18.00 Uhr

9.00 – 11.00

Standardisierung und Normierung in Psychoanalyse und Psychotherapie

Diskussionsrunde mit Gabrielle Devallet-Gimpel, Anna-Elisabeth Landis, Werner Prall, Rivka Warshawsky

Leitung: Michael Meyer zum Wischen

11.00 – 11.30

Pause

11.30 – 12.00

Peter Widmer: Norm und Normalität in Theorie und Praxis

12.00 – 12.30

Claus-Dieter Rath: Stimmen die Werte? Zum »genügend unpersönlich gewordenen« Überich bei Freud

12.30

Diskussion der Vorträge mit Anna Tuschling und Michael Schmid

13.30 – 15.00

Mittagspause

15.00 – 16.30

Freudsche Figuren des Gesetzes

Britta Günther: Reiz der Interpunktion: Gesetzestreue und Textlücke bei Schreber

Anna Tuschling: Angst vor dem Gesetz

Marianne Schuller: Das Gesetz und das Komische

Diskussion mit Christian Kläui und Peter Sloterdijk

16.30 – 17.00

Pause

17.00 – 18.00

Medizin und Gesetz

Cristina Burckas: Das Unbehagen in der Medizin

Dietrich Pilz: Zu den Namen-des-Vaters. (Fragen zur Normativierung im psychoanalytischen Prozess)

Diskussion mit Michael Meyer zum Wischen

19.00

Gelegenheit  zum gemeinsamen Abendessen (Lokal wird noch angegeben)

Sonntag, 7. März 2010, 9.30 – 13.15 Uhr

9.30 – 10.00

Karl-Josef Pazzini: Übertragung als Auflösung des Individuums. Störung einer bürgerlichen Norm

10.00 – 11.00

Kunst, Norm und Transgression. Subversion und Unbewusstes

Karin Schlechter: In einen Ort fallen und ihn währenddessen aufzeichnen

Annemarie Hamad: Norm und Heterogenität

Diskussion mit Peter Weibel und Karl-Josef Pazzini

11.30 – 11.45

Pause

11.45 – 13.00

Jenseits der Verordnung

Abschlussdiskussion: Christian Kläui, André Michels, Peter Müller, Claus-Dieter Rath

13.15

Ende der Tagung

Vorträge

Michael Meyer zum Wischen: Standardisierung und Normierung in Psychoanalyse und Psychotherapie

Die Praxis der Psychoanalyse und der von ihr geprägten Psychotherapieformen ist immer stärker einer Forderung nach Standardisierung ausgesetzt, die im Kontext umfassenderer gesellschaftlicher Normierungsprozesse einzuordnen ist. Hieraus ergeben sich für Psychoanalytiker ethische Konflikte, die wir im Rahmen unseres Round-Table Gesprächs befragen wollen. Darüber hinaus gibt es aber nicht nur den der Psychoanalyse von äußeren Instanzen auferlegten normativen Druck und entsprechende Standardisierungsdispositive, sondern auch in den psychoanalytischen Gemeinschaften selbst herrschende Vorstellungen von Normalität und Normierung, durchaus auch Ideen von einer »Standard-Kur«. Diese innere Gefährdung der Psychoanalyse verdient in unserem Gespräch besondere Aufmerksamkeit, da sie auf eine Art Selbstzerstörung hinauslaufen könnte und den gesellschaftlichen Tendenzen entgegenkommt, die die Psychoanalyse für ihre normativen Zwecke instrumentalisieren wollen. Hierzu gehören sowohl medizinische, politische und besonders auch juristische Vereinnahmungen der Psychoanalyse.

Anna Tuschling: Angst vor dem Gesetz?

Der Beitrag erörtert das Verhältnis von Angst und Gesetz. Keineswegs ist die Angst – nach Lacan das Signal des Realen – jedem Gesetz und auch jeder Norm vorgängig: Die Angst vor dem Gesetz steht gerade zur Debatte. Genausowenig resultiert die Angst einfach aus Verbot, Strafandrohung und Gesetz; vielmehr wird die gegenseitige Bedingtheit und Gleichursprünglichkeit von Gesetz und Angst auszuloten sein, welche Kierkegaard bereits in seiner Diskussion des Sündenfalls konturiert

Annemarie Hamad: Norm und Heterogenität

Ist es das Heterogene, was die Norm immer wieder umwirft und deren Neuformulierung veranlaßt? Ausgangspunkt ist die Konkretisierung des Heterogenen in Kurt Schwitters Merzbildern. Das führt weiter zur »art brut« und der Notwendigkeit, Neuordnungen aus dem von der Technologie geschaffenen Abfall (im konkreten wie auch im symbolischen Sinn) zu erfinden und herzustellen. Diesbezügliche Fragen werden hauptsächlich von der Klinik her angegangen.

Peter Widmer: Norm und Normalität in Theorie und Praxis

Welche Normativität enthält die Grammatik? Vor dem Hintergrund eines Vergleichs zwischen den westlichen Sprachen und dem Japanischen wird dieser Frage nachgegangen. Was heisst es z.B., wenn eine Sprache keine Konjugationen kennt, d.h. wenn sich die 1. Person Singular grammatikalisch nicht von den Formen des Plural unterscheidet? Liegt hier der Schlüssel zu einem anderen Denken und Empfinden, das als kollektiv bezeichnet wird? Und was heisst das in Bezug auf die in der Psychoanalyse so bedeutsame Singularität?

Cristina Burckas: Das Unbehagen in der Medizin

Die zunehmende Verwissenschaftlichung der Medizin im 19. Jahrhundert hat zu einem Unbehagen geführt, das sich vor allem in den Symptomen niederschlug, denen der Arzt in Ausübung seiner Praxis begegnete. Indem es Freud gelang, den Appell des Subjekts zu hören, der in den Symptomen insistierte, erfand er die Psychoanalyse.

Die Freudsche Psychoanalyse ist in der Abgrenzung von der Medizin entstanden. Diese Abgrenzung ist auch weiterhin das, was die Psychoanalyse definiert und woran sie sich orientieren kann. Doch seit der Entstehung der Psychoanalyse haben sich die Verhältnisse in der Medizin erheblich verändert. Wissenschaftliche Fortschritte im Zusammenspiel mit wirtschaftlichen und politischen Interessen haben zu einer ständig wachsenden Komplexität beigetragen, der nun durch eine wahre Flut von Reglungen und Normierungen beizukommen versucht wird.

Welchen Stellenwert kann also diese Abgrenzung unter den heutigen Bedingungen haben? Das ist die Frage, die sich mir in diesem Zusammenhang stellt. Die Praxis der Psychoanalyse hat mich vor einiger Zeit vor eine Situation gestellt, in der ich mich gezwungen sah, mich grundsätzlich mit dieser Frage zu beschäftigen.

Karl-Josef Pazzini: Übertragung als Auflösung des Individuum. Störung einer bürgerlichen Norm

Mit der Wahrnehmung und Konzeptionalisierung der unbewussten Übertragung stellt Freud, und in der Folge Lacan, die zur Norm gewordene  Entität eines substanziellen Individuums infrage. Schon mit der  Formulierung von Projektion, Identifizierung und Introjektion könnte man das »autonome« Individuum in einer dauernden Relation zu Nebenmenschen und zur Umwelt sehen, die schwerlich noch mit einer Vorstellung von Autonomie vereinbar sind. Die Zurechenbarkeit von Denken, Sprechen und Handeln erweist sich also notwendig fiktional. Das eröffnet die Notwendigkeit, vieles neu denken zu müssen.

Britta Günther: Reiz der Interpunktion. Gesetzestreue und Textlücke bei Schreber

Wie eine »Interpunktion ohne Text« erscheint im Realen, was nicht »ans Tageslicht des Symbolischen« gedrungen ist. Lacans Metapher für die verworfene Kastration aus seiner Antwort auf den Kommentar von Jean Hyppolite über die «Verneinung» von Freud ermöglicht einen Zugang zur »Weltordnung« in Schrebers Denkwürdigkeiten, insbesondere zu den Unterbrechungen im Text. Wenn Schreber, der sich einem gewalttätigen Gott ausgeliefert sieht, der ihn zu sexueller Hingabe und zur körperlichen Entleerung zwingt, vom »f…..« und »sch…..« schreibt, können diese Punktierungen in einer ersten Lektüre als Arbeit an der Herstellung einer Lücke, mithin als Anerkennung von Kastration und Gesetz im Schreibakt gelesen werden. Im Weiteren könnte jedoch gerade die Bauweise dieser Lücken in Schrebers Text, ihre Erscheinungsweise als Euphemismen (als »milde Umschreibungen«) das Tageslicht des Symbolischen des frühen Lacan-Textes mit einem Schatten versehen: Dergestalt, dass die Anerkennung des Gesetzes, verstanden als Einschreibung des Symbolischen, noch keinen Akt darstellt, da dieser vielmehr eine Transgression des Gesetzes fordert. »Wenn es aber eines Tages darum geht, daß ich eine bestimmte Schwelle überschreite, womit ich mich außerhalb des Gesetzes stelle, dann wird meine Motrizität an diesem Tag den Wert eines Akts haben« (Lacan, Seminar XV, Der psychoanalytische Akt, 1967/68).

Christian Kläui: Jenseits der Verordnung

Bei Debatten um Norm und Gesetz steht immer wieder die Medizin im Fokus: Biopolitik, Fortpflanzungstechnologien, hygienepolizeiliche Massnahmen, Lifestylemedizin, Rationierungsmassnahmen … Die Psychiatrie stand in ihrer Doppelfunktion als ordnungspolizeiliche und schutzgebende Instanz lange Zeit als das »schmutzige Kind« der Medizin etwas im Abseits. Heute ist sie zunehmend eingebunden in die normativierenden medizinischen Diskurse: Marktkonforme Profilierung mit Spezialangeboten, »gute« psychiatrische Kliniken als Wellnessoasen für Ausgebrannte, Psychopharmaka als Lifestyledrogen, Ritalin-kids … (Und daneben, wie gehabt, die »schmutzigen« Abteilungen für die Psychotiker). Die Psychotherapie stand lange Zeit im Ruf, die »menschliche« Abteilung der Psychiatrie zu sein: ambulant, freiwillig, an »Selbstverwirklichung« interessiert. Doch die Freudsche Psychoanalyse ist nicht so gestartet, sie war von ihrem Anspruch her viel näher an dem, was heute die VT vertritt: eine effiziente, an klinischer, symptomatischer Besserung und Heilung interessierte Methode zu sein. Natürlich hat Freud diesen Anspruch immer wieder neu diskutiert und bestimmt – das »Junktim von Heilen und Forschen« hat er indes nie aufgegeben. Psychoanalyse »jenseits der Verordnung« – jenseits des Medizinalsystems und jenseits des Heilens als Anspruch einesteils und Anpassung andernteils – ist ein Ideal, dem wir gelegentlich nahe kommen können, das aber die Realität der Verstrickung von psychoanalytischer Praxis und Gesundheitsversorgung nicht erfasst. Auf der andern Seite des Spektrums entdeckt die Philosophie zunehmend die »ars vivendi« und wirft philosophische Therapien – jenseits der Verordnung – auf den Markt. In dieser Landschaft stellt sich für die Psychoanalyse die Frage des Junktim immer wieder neu und sie stellt sich ihr immer auch als Frage nach ihrer Positionierung auf dem Markt einerseits und – davon nie unabhängig – als Frage nach ihren eigenen inneren Normen und damit als Frage nach den Vorstellungen, die sie vom Ende der Kur hat.

Karin Schlechter: In einen Ort zu fallen und ihn währenddessen aufzeichnen

Ich werde etwas zu meiner künstlerischen Arbeit, meiner Arbeitsweise sagen, und auch zur Arbeit in der SCHULE DES BEGEHRENS, die ich 2005 gegründet habe, sprechen. Mein fortlaufendes künstlerisches Projekt, das aus Raumsituationen, Videoinstallationen und poetischen Texten besteht, bezeichne ich als »Aufzeichnungen aus der Zone O«. Es handelt sich um eine Bewegung des Hervorbringens oder der Niederschrift von etwas, das nicht angegeben werden kann und sich aus einem Ort heraus formuliert, der mit O benannt wird.

Diesem Ort möchte ich zuhören können wie einer anderen, fremden Sprache. Ich versuche, mir Zeichensysteme oder verschiedene Medien vorzustellen, die dieses Andere übermitteln. Es interessiert mich auch, Versionen bestimmter Ortszustände zu erproben und aufzuzeichnen.

Der Ort der Transgression z.B. als ein parallaktischer Ort der Überschreitung. Das ist vielleicht da, wo ein begrenzter Ort zugleich als grenzenlos erlebt werden kann, wo es um Präzision in einem Feld des Unbestimmbaren geht.

Am Rand, im Übergang selbst ereignet sich der »Ort«.

Das Unmögliche versuchen: diesen Ort sich selber sagen zu lassen.

Ansonsten: Nichts zu sagen zu haben – nichts, was der Geste, dem Akt des Denkens, des Aufzeichnens vorausginge.

Referenten und Beitragende

Michael Bartsch

Hat Jura studiert und wurde in Wirtschaftswissenschaft promoviert. Er ist Professor für Urheber- und Medienrecht an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, unterrichtet Softwarerecht an der Universität Karlsruhe und arbeitet als Rechtsanwalt auf diesen Gebieten. Seine Liebe gehört der Literatur und der Musik.

Cristina C. Burckas

Psychoanalytikerin, seit 1989 niedergelassen in freier Praxis in Freiburg i. Br. – Gründungsmitglied der »Assoziation für die Freudsche Psychoanalyse« – Mitgründerin des »Psychoanalytischen Kollegs« – Mitglied und Weiterbildungsdozentin am »Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie« in Freiburg i. Br. (DPG) – Mitglied der »Féderation Europeenne de Psychanalyse« – Mitglied der »Association Lire Dolto Aujourd´hui« – Verschiedene Veröffentlichungen zur psychoanalytischen Praxis in deutscher, spanischer und französischer Sprache.

Gabrielle Devallet-Gimpel

Dr. med., Psychiaterin und Psychoanalytikerin in Toulouse-Blagnac (Frankreich). Medizinstudium in Heidelberg und psychiatrische Ausbildung in Toulouse. Langjährige Teilnahme am »Collège Clinique de Psychanalyse du Sud-Ouest« (dem »Forum du Champ Lacanien« zugeordnet), Mitglied der »Assoziation de Psychanalyse Jacques Lacan« und der »Assoziation für die Freudsche Psychoanalyse«.

Miriam Goretzki-Wagner

M.A. Studium Philosophie, Anglistik, unterrrichtete Philosophie in Großbritannien (College) und in Deutschland. Jetzt in eigener Praxis als »Life Coach«. Kollegiatin des »Psychoanalytischen Kollegs«. Schreibt ein Buch über Beratung und die Frage, was geschieht, wenn psychoanalytisches Hören die Praxis der Beratung öffnet.

Britta Günther

Psychoanalytikerin in Hamburg und München. Gehört dem »Psychoanalytischen Kolleg« an, dem »German Ivrit Psychoanalytical Seminar« und der »Freud Research Group« der »International Society of Psychoanalysis and Philosophy«. Tätig als Dozentin u.a. im Rahmen von pli, an der LMU München sowie in der Psychosomatischen Klinik Bad Neustadt.

Annemarie Hamad

Psychoanalytikerin in Paris, Praxis mit Erwachsenen und Kindern. Korrespondierendes Mitglied der AFP.

Christian Kläui

Dr. med., Psychoanalytiker und Psychiater in Basel. Gründungsmitgied der AFP, Mitherausgeber des RISS. Publikationen im RISS, im »Jahrbuch für klinische Psychoanalyse«. Buchpublikation: »Psychoanalytisches Arbeiten. Für eine Theorie der Praxis.« Huber, Bern 2008.

Anna Elisabeth Landis

Dr. med., Fachärztin für Psychosomatik und Psychotherapie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychoanalyse, Ärztliches Qualitätsmanagement. Seit 10 Jahren als Psychoanalytikerin in eigener Praxis in Böblingen, davor in leitender Stellung am Zentrum für Psychiatrie in Calw. Langjährige psychosomatische Konsiliartätigkeit am Allgemeinkrankenhaus Sindelfingen.
Interessensschwerpunkte: Metapsychologie, Qualitätsmanagement für Psychoanalytiker.

Michael Meyer zum Wischen

Dr. med., Psychoanalytische Praxis in Köln. Facharzt für Psychotherapeutische Medizin. Mitglied der »Assoziation für die Freudsche Psychoanalyse« und der »Freud-Lacan-Gesellschaft Berlin«. Mitgründer des »Psychoanalytischen Kollegs«. Veröffentlichungen zur Psychosetheorie (z.B. im »Jahrbuch für klinische Psychoanalyse«, im »transcript Verlag« und im »Berliner Brief der FLG«). Tätigkeit in Supervision und Kontrollanalyse.

Weitere Interessenschwerpunkte: Geschichte der Psychoanalyse, Psychoanalyse und Kunst.

André Michels

Dr. med., Psychiater und Psychoanalytiker in Luxemburg und Paris, zahlreiche Veröffentlichungen zu klinischen, literarischen und kulturkritischen Themen, Mitherausgeber u.a. vom »Jahrbuch für klinische Psychoanalyse«,Tübingen, 8 Bände, Hsg. von »Actualité de l’hystérie, Érès«, Toulouse 2001. Derzeit Vorsitzender der »AFP«, Mitbegründer des »Psychoanalytischen Kollegs«.
Regelmäßige Seminare und Vorlesungen über Theorie und Praxis der Psychoanalyse.

Peter Müller

Dr. med., Psychoanalytiker in Karlsruhe. Facharzt für Psychotherapeutische Medizin. Gründungsmitglied der »AFP« und des »Psychoanalytischen Kollegs«. Veröffentlichungen und Vorträge zu Klinik und Grundlagen der Psychoanalyse, Mitherausgeber des »Jahrbuchs für klinische Psychoanalyse«. Langjährige Tätigkeit als psychoanalytischer Supervisor in verschiedenen Einrichtungen.

Karl-Josef Pazzini

Professor für Bildende Kunst & Erziehungswissenschaft (Universität Hamburg), Psychoanalytiker in eigener Praxis, Mitbegründer der »Assoziation für die Freudsche Psychoanalyse«, des »Psychoanalytischen Kollegs« und des Jüdischen Salons im Grindel (Hamburg), Mitherausgeber der Reihen »psychoanalyse« und »Theorie Bilden« (transcript), »Kunstpädagogische Positionen« (Hamburg University Press). Arbeit an: Wahn-Wissen-Institution, Bildung vor Bildern, Psychoanalyse & Lehren, Setting in der Psychoanalyse, Unschuldige Kinder.

Siehe auch: http://mms.uni-hamburg.de/blogs/pazzini, http://freudlacan.de, http://www.cafeleonar.de/

Claus-Dieter Rath

Dr. rer. soc., Psychoanalytiker in Berlin. Veröffentlichungen über Fragen der psychoanalytischen Praxis, der Geschichte der Psychoanalyse und über die Massenpsychologie des Alltagslebens (wie Massenmedien, Autobiographien, Esskultur, die Wiederkehr des »Volks«), Mitherausgeber von: (mit Jutta Prasse) »Lacan und das Deutsche. Die Rückkehr der Psychoanalyse über den Rhein«, Freiburg i. Br. 1994; (mit André Michels, Peter Müller, Achim Perner) »Jahrbuch für klinische Psychoanalyse«, Tübingen 1998 ff. Gründungsmitglied von: »Fondation Européenne pour la Psychanalyse« (1991); »Assoziation für die Freudsche Psychoanalyse« (1994); »Freud-Lacan-Gesellschaft«; »Psychoanalytische Assoziation Berlin« (1997); »Psychoanalytisches Kolleg« (2004).

Karin Schlechter

Bildende Künstlerin; Raum-und Videoinstallationen, Performances. Studium in Köln, lebt und arbeitet in Köln. Zahlreiche Einzelausstellungen im In- und Ausland. Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit KünstlerInnen anderer Sparten. 1992 Gründung des Kunstvereins Projekt Herzgehirn e.V. Köln, 1995 des Künstlerinnen-Netzwerks Köln. 2005 Gründung der SCHULE DES BEGEHRENS in Köln. 2008 Gründungsmitglied von textura, Arbeitsgruppe Kunst und Psychoanalyse, Köln. Publikationen und Katalogbeiträge, zuletzt: »mein paradies«, Schlosskirche Bonn.

Marianne Schuller

Prof. Dr. phil., lehrt am Institut für Neuere deutsche Literatur und Medienkultur der Universität Hamburg. Gründungsmitglied des Zentrums für Geschlechterforschung, Universität Hamburg.

Arbeitsschwerpunkte bzw. Schwerpunkte der Lehre (Vorlesungen und Seminare): Literaturwissenschaft mit kulturwissenschaftlicher Ausrichtung, Literatur und Wissen: Medizin/Psychiatrie und Psychoanalyse, Theater unter der übergeordneten medientheoretischen Problemstellung ›Der Körper im Blickfeld und Sprachraum des Theaters‹. Literaturwissenschaft und ›szenische Texte‹. Diese Schwerpunkte werden durchzogen von der Frage der Geschlechterdifferenz. – Literatur und Musik. Gender Studies.

Veröffentlichte auch im »Jahrbuch für klinische Psychoanalyse«. Mitglied der »AFP«.

Michael Schmid

Psychoanalytiker in Bregenz. Mitherausgeber des Lacan-Archivs. Mitherausgeber des RISS. Gründungsmitglied der »AFP«.

Bernhard Schwaiger

Dr. phil., psychoanalytisch arbeitender Psychologischer Psychotherapeut im Jugendstrafvollzug Mecklenburg-Vorpommern, Mitglied der »Freud-Lacan-Gesellschaft Berlin«, Veröffentlichungen u.a. ›Das Begehren des Gesetzes – Zur Psychoanalyse jugendlicher Straftäter‹, Transcript-Verlag, Bielefeld (2009).

Jean-Renaud Seba

Professor für philosophische Anthropologie an der Universität Liège. Hat sich eingehend mit dem Werk von Pierre Legendre befasst. Veröffentlichung u.a.: »Le partage de l‘empirique et du transcendantal: essai sur la normativité de la raison: Kant, Hegel, Husserl«, Ousia, 2007.

Peter Sloterdijk

Studierte von 1968 bis 1974 in München und an der Universität Hamburg Philosophie, Geschichte und Germanistik. 1972/73 Essay über Michel Foucaults strukturale Theorie der Geschichte. Im Jahre 1976 wurde Peter Sloterdijk aufgrund seiner von Professor Klaus Briegleb betreuten Doktorarbeit zum Thema »Literatur und Organisation von Lebenserfahrung. Gattungstheorie und Gattungsgeschichte der Autobiographie der Weimarer Republik 1918–1933« durch den Fachbereich Sprachwissenschaften der Universität Hamburg promoviert.

Seit den1980er Jahren freier Schriftsteller. 1983 Kritik der zynischen Vernunft. Von 1992 bis 1993 hatte er den Lehrstuhl für Philosophie und Ästhetik an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe inne. 1993 Leiter des Institutes für Kulturphilosophie an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Seit 2001 ist Sloterdijk in Nachfolge von Heinrich Klotz Rektor der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe.

Georg Christoph Tholen

Gründungsmitglied der AFP. Studierte Philosophie, Soziologie und Psychologie. Seit 1980 Geschäftsführer und stellvertretender Direktor am Wissenschaftlichen Zentrum für Kulturforschung (Schwerpunkt Medienforschung seit 1985) an der Universität Kassel. Seit 1996 Vorstandsmitglied. Kooperation mit verschiedenen Forschungsprojekten mit dem Collège International de Philosophie, Paris (u.a. mit Jacques Derrida, Jean-François Lyotard und Paul Virilio). 1986 Promotion: »Wunsch-Denken. Versuch über den Diskurs der Differenz.« November 1995 Habilitation. 1999 bis 2000 Vertretungsprofessor für Kulturtheorie der Medien, Theorien vergleichender Bildlichkeit an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Seit 2001 Ordinarius für Medienwissenschaft am Institut für Medienwissenschaft der Universität Basel (Grundlagenreflexion mit kulturwissenschaftlichem Schwerpunkt).

Anna Tuschling

Studium der Germanistik, Psychologie und Medienwissenschaft in Marburg, Trier, Bremen und Basel. 2003 Diplom in Psychologie an der Universität Bremen, 2006 Promotion an der Universität Basel zum Thema »Die Figur des Dritten im Klatsch. Zur Medienkulturanalyse des Chattens«. Seit Oktober 2006 Assistentin am Institut für Medienwissenschaft der Universität Basel (Ordinariat Georg Christoph Tholen). Forschungsaufenthalt bei Professor Avital Ronell am German Department der New York University von März bis Juni 2006. Mitglied der »Assoziation für die Freudsche Psychoanalyse« seit Frühjahr 2007.

Dietrich Pilz

Jg. 1946, Dipl.Psych., Dr. phil., arbeitet seit 1990 als Psychotherapeut und Psychoanalytiker in Berlin, Mitglied der »Freud-Lacan-Gesellschaft Berlin«.

Werner Prall

Dr. phil., Psychoanaytiker in Privatpraxis. Senior Lecturer in Psychoanalysis an der Middlesex University, London. Supervisor in mehreren Psychotherapie Ausbildungssinstituten. Mitglied der Guild of Psychotherapists und des College of Psychoanalysts und dessen Board of Govenors. Vertritt die Guild of Psychotherapists bei UKCP (UK Council of Psychotherapy). In dieser Eigenschaft am gegenwärtigen politischen Prozess der Regulierung der Psychotherapie in Grossbritannien beteiligt.

Rivka Warshawsky

Psychoanalytikerin in Tel Aviv nach Freud und Lacan. Mitglied von GIEP, der israelischen Gruppe der New Lacanian School. Professur an der Universität Bar Ilan in der Schule für Psychotherapie. Gründungsmitglied der Lacan-Bewegung in Israël. Redaktionsmitglied in verschiedenen englischsprachigen lacanianischen Zeitschriften.

Peter Weibel

Künstler, Autor, Kurator Kunst- und Medientheoretiker. Studium der Literatur, Philosophie, Medizin, Logik und Film in Paris und Wien. In seinen Studienjahren befasste er sich mit den Schriften Lacans. Seine interdisziplinär ausgerichtete wissenschaftliche und künstlerische Tätigkeit umfaßt literarische, fotografische, grafische, plastische und digitale Arbeiten.

Seit 1999 Vorstand des Zentrums für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe. Zahlreiche Publikationen. Zum 150. Geburtstag von Sigmund Freud kuratierte er zusammen mit Franz Kaltenbeck im ZKM die Tagung: »Immer noch Unbehagen in der Kultur?« Mit gleichnamigem Titel erschien ein Band mit den Beiträgen zu dieser Tagung (Diaphanes 2009).

Peter Widmer

Dr. phil., Psychoanalytiker in freier Praxis in Zürich. Lehraufträge an Universitäten und Hochschulen, Gastprofessuren an der Universität Kyoto und an der Columbia University. Initiant und Mitbegründer der Zeitschrift RISS und des Lacan Seminar Zürich, Gründungsmitglied der »Assoziation für die Freudsche Psychoanalyse«. Autor von »Subversion des Begehrens« (Turia und Kant, Wien) sowie der beiden im transcript-Verlag erschienenen Bände »Angst. Erläuterungen zu Lacans Seminar X« (2004) und »Metamorphosen des Signifikanten. Zur Bedeutung des Körperbildes für die Realität des Subjekts« (2006). Mitherausgeber des AFP-Bandes »Psychosen: eine Herausforderung für die Psychoanalyse« (transcript 2007).

Organisatorisches

Koordination – Information – Anmeldung:

Dr. Peter Müller, Tel.: +49 721-20735, Fax.: +49 721-23800,

E-Mail: petjanik@t-online.de

Bankverbindung

Kto-Nr. 2322676, BLZ 660 202 86

HypoVereinsbank Karlsruhe

IBAN 96660202860002322676, swift-code: HYVEDEMM475

Sekretariat der AFP

c/o Hans-Peter Jäck, Keplerstraße 5 A, D-60318 Frankfurt a.M.

Tel.: +49 69 558124, Fax: +49 69 5969009, Hpjk@aol.com

Entsprechende Fortbildungspunkte sind beantragt.

AFP im Internet: http://www.freudlacan.de

Ort

Hochschule für Gestaltung Karlsruhe im Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM), Lorenzstraße 15, Lichthof 2

Eintrittspreise

Bei Bezahlung bis 31. Januar 2010 sind es 100 Euro, danach 120 Euro. Mitglieder der AFP bezahlen 80 Euro,

Studenten 50 Euro. In diesem Preis ist der Empfang am Freitagabend enthalten. Zahlbar per Überweisung mit dem Verwendungszweck »Kongress Karlsruhe«.

Hotelempfehlung
Im Hotel Rio ist ein Kontingent von Zimmern (EZ 76 Euro,
DZ 88 Euro) vorreserviert. Buchung bitte per mail an meine Adresse oder direkt unter Tel. 0721-84080

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Arbeitsfeld »Kunst und Psychoanalyse« im Rahmen von textur a, Freud-Lacan-Gruppe, Köln

August 27th, 2009

Regelmäßige Treffen zu verschiedenen Feldern der Kunst (zuletzt war ein Schwerpunkt: Film und Psychoanalyse)

Veranstaltungsort:

Atelier Karin Schlechter/Schule des Begehrens, Neusser Straße 569, 50737 Köln.

Ansprechpartner und Leitung:

Karin Schlechter (k.schlechter@arcor.de), Klaus Findl (nc-findlkl@netcologne.de)

20. März 2010: Gabrielle Devallet-Gimpel: »Das Reale des Körpers am Ende der psychoanalytischen Kur. Kann der Körper die Rolle eines trennenden Elements übernehmen?«

Januar 31st, 2010

Vortrag im Rahmen der Reihe »Sechs  Vorträge zu Geneviève Morels Buch  Das Gesetz der Mutter (La loi de la mère)«, 20. März 2010

Ort: Institut Français de Vienne, Währinger Straße 30, 1090 Wien

Beginn: 14 Uhr

Dauer: ca. 3,5 Stunden.

Eintrittspreis: 20,00 € (Ermäßigungen für Studenten etc. an der Tageskasse möglich)

Einschreibung: Die Anmeldung ist wünschenswert unter: perez-valverde@utanet.at.

Nähere Informationen bei: Marta Pérez Valverde, perez-valverde@utanet.at. Tel.: 01 / 512 71 77

Büchertisch: Apunkt, Bücherhandlung Brigitte Salanda, Fischerstiege 1-7, 1010 Wien

Geneviève Morels Buch Das Gesetz der Mutter (Paris, 2008) hat in Frankreich, aber auch im deutschen Sprachraum, eine bemerkenswerte Anzahl anspruchsvoller Leser gefunden. Sie erkennen in ihm einen Durchbruch in der Theorie und in der Klinik der Psychoanalyse. Er geht von einer gründlichen und werktreuen Lektüre der späten Schriften und Seminare Jacques Lacans aus. Die Autorin erklärt dessen oft schwierige Begriffe, Argumente und topologische Figuren, Ein reiches klinisches Material zeigt, dass dieser Zugang der Analytikerin bei ihrer Arbeit im Unbewussten schöpferisch geholfen hat.

Als Lacan im Jahre 1958 seine Vatermetapher niederschrieb, gab er dem Vater die Funktion, das Begehren der Mutter seinem Kind gegenüber zu deuten, also die Dunkelheit dieses Begehrens dem Kind zu erhellen.  Der Vater war somit der Garant gegen die Gefahr, dass  die Mutter ihr Kind mit allen ihren unerfüllten Wünschen besetzte, und es damit bis zum Wahnsinn überforderte. Traten bei dem Kind trotzdem Symptome hervor, so galt der Vater eben als schwach, abwesend, impotent oder gedemütigt. Funktionierte er gar nicht, so nahm man an, dass das junge Subjekt den Name-des-Vaters verworfen hatte, eine Verwerfung, welche seine Psychose zur Folge hatte. Der Vater war also der Repräsentant des  Gesetzes und was von seinem Gesetz abwich, musste zu einem mehr oder weniger schweren Symptom führen. Von dieser vom Vater dominierten Sicht nahm  Lacan schon bald Abstand. Seine Erfindung des Objekts a, dessen Vorläufern die Teilobjekte Abrahams, Kleins und das Übergangsobjekt Winnicotts sind, weisen den Phallozentrismus der Vatermetapher in die Schranken. Die Stimme ist eines dieser neuen Objekte; und die erste Stimme, die ein Kind hört, kommt ja meist von der Mutter.

Geneviève Morel geht nun aber von einer  noch späteren Epoche in Lacans Theorienbildung aus, jener der Jahre 1973 bis 1978. Sie vergisst aber keineswegs die Lehre der Fünfziger-Jahre. Im Gegenteil, sie zeigt, wie fruchtbar diese bleibt, wenn man die Neuerungen der Siebziger-Jahre ernst nimmt. Was ändern diese in Geneviève Morels Darstellung ?

Die Vatermetapher verspricht eine perfekte Übersetzung der für das Kind ziemlich rätselhaften Sprache der Mutter, die aus den Zeichen ihrer An- und Abwesenheit, ihrem »fort/da«, besteht, in eine für das Kind sinnvolle  Kommunikation. Sofern der Vater seine Funktion erfüllt, bringt er die Mutter dazu, dem Kind anzuzeigen, was sie will : den Phallus des Vaters und nicht das Kind als Phallus.

Geneviève Morel weist nun darauf hin, dass eine Mutter viel mehr tut, als nur für das Kind fort- und da zu sein, um ihm damit zu verstehen zu geben,  dass sie auch einen Mann hat, den sie liebt. Worin besteht dieses ‘mehr’?

Sie spricht mit ihrem Kind ab seiner Geburt, das heißt bevor es noch ihre Sprache  verstehen kann ; sie sagt ihm sogar viel Krudes, was aus der symbolischen Ordnung des Namens-des-Vaters herausfällt. Sie lässt ihr Kind an ihrem Genießen teilhaben, ohne dass man sagen könnte, sie übertrete damit das Inzestverbot. Diese oft unbewusste Einweihung des Kindes in das Genießen  verläuft nicht nur über die Kindespflege sondern auch über das mütterliche Lallen und Sprechen,  das manchmal sehr sinnliche Formen annimmt. Die mütterlichen Äußerungen überfluten das Kind, reizen es, ohne dass der Vater es gegen diese sprachlichen Reize abschirmen könnte. Zusätzlich enthält das mütterliche Sprechen, wie jedes andere auch, Zweideutigkeiten, die das Kind für sein ganzes Leben prägen werden, weil ihm diese Äquivoke bei ihren ersten Äußerungen völlig unverständlich blieben.

Wenn sich erweisen lässt, dass diese Zweideutigkeiten einen direkten Einfluss auf das Leben des Subjekts und seine Sexualität (seine Objektwahl) ausüben, spricht Geneviève Morel, vom »Gesetz der Mutter«. Sie will mit diesem archaischen Gesetz jedoch keineswegs das symbolische Gesetz ersetzen.

Selbst so große Kinderanalytiker wie Klein und Winnicott haben die klinischen Wirkungen dieser Einflössung von Mutters Sprache  nicht erfasst, denn sie beschränken die Aktion der Mutter auf die Kundgebung ihrer Liebe und deren Versagung. (Bei Winnicott: die Funktionen der good enough mother).

Selbst wenn der Vater und seine Metapher voll zur Wirkung kommen, wird das Kind  mit einer Sprache zu tun haben, in der das Genießen der Mutter mitfliesst. Das heißt aber auch, dass jedes Subjekt von  Sprechweisen determiniert wird, in denen nicht nur ein Geschlecht und ein Diskurs vorherrschen. Die Ablösung des mütterlichen Begehrens durch eine scheinbar vom Vater gehaltene rationale Rede ist eine beruhigende theoretische Fiktion, die der Wirklichkeit fremd bleibt.

Um auf die zweideutigen Ausdrucksformen des mütterlichen Genießens Antwort zu finden, darf das Kind nicht allein auf die väterliche Norm vertrauen. Der diesen Sprachphänomen selbst unterworfene Vater kann das Gesetz nur vertreten, wenn er seinem Kind gegenüber als ein durch Liebe privilegiertes Symptom funktioniert. Das Kind kann sich von der Beherrschung durch die mütterliche Rede nicht einfach dadurch befreien, dass es dem Vater gehorcht und die Kastration akzeptiert. Im Laufe seines heranreifenden Lebens muss es zu dieser Befreiung selbst beitragen. Es wird im besten Fall etwas entwickeln, das Lacan mit einem mittelalterlichen Wort « Sinthom»  nennt. Dieses Gebilde hat es von den Folgen  der Überflutung durch das mütterliche Genießen schützen, indem es die zweideutigen sprachlichen Träger dieses Genießens zu seinem eigenen Gebrauch und Gunsten  verwandelt. Gelingt diese Metamorphose dem Subjekt nicht, so kann es sich an eine(n) Psychoanalytiker(in) wenden, damit der (oder die) ihm bei dieser schöpferischen Symptombildung hilfreich zur Seite stehe.

Sechs Vorträge sollen nun zeigen, dass dieser theoretische und klinische Durchbruch Geneviève Morels von anderen Psychoanalytikern weiter vorangetrieben werden kann.

Gabrielle Devallet-Gimpel: Das Reale des Körpers am Ende der psychischen Kur. Kann der Körper die Rolle eines trennenden Elements übernehmen?

Welche Rolle spielt der Körper außer in Angstzuständen, Somatisations- oder Konversionssymptomen? Welche Stütze bildet er, wenn am Ende der psychoanalytischen Kur das Subjekt ohne  Einbindung in die Signifikantenkette auskommen muss, wenn das Subjekt an einem Signifikanten stehenbleibt, der nur auf Abwesenheit von Sinn hinweist? Angesichts dieser Sinnesleere, Bedeutungsleere, ist die Konsistenz des Symbolischen  geschwächt (»abgenutzt bis auf die Kette«): der Körper kann die Furche des Realen ausheben.

Kann das Reale des Körpers, wenn das Fantasma am Ende der Kur an Konsistenz verliert ( die »psychische Realität«  bei Freud), eine Stütze für das Subjekt bilden? Kann ein psychosomatisches Phänomen  die verschiedenen Konsistenzen des Realen, Symbolischen und Imaginären  zusammenhalten  wie es vorher das Fantasma tat?

Wir werden zusätzlich zu »Das Gesetz der Mutter« eine Arbeit von Jeanne Granon-Laffont heranziehen, die in diesem Zusammenhang von einer Verdoppelung der realen Konsistenz, von einem »zusätzlichen« Realen spricht, das eine zusätzliche Verknotung im Borromäischen Knoten ermöglicht oder auch eine »Reparation« im Sinne einer »Stellvertretung« (suppléance).

Dr. Gabrielle Devallet-Gimpel, Psychiater und Psychoanalytikerin in Toulouse-Blagnac (Frankreich). Medizinstudium in Heidelberg und psychiatrische Ausbildung in Toulouse. Langjährige Teilnahme am Collège Clinique de Psychanalyse du Sud-Ouest (CCPSO, den Forum du Champ Lacanien zugeordnet), Mitglied der Assoziation de Psychanalyse Jacques Lacan und der Assoziation für die Freudsche Psychoanalyse.

Download des gesamten Programms der Vortragsreihe als PDF:

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27./28. März 2010: Dessins de lettres. Psychanalyse, littérature, théâtre. 11ème colloque de l’A.l.e.p.h., Colleque franco-allemand

September 6th, 2009

Donwload des Programms als PDF

Organisation: A.l.e.p.h. Association lilloise pour l‘étude de la psychanalyse et de son histoire

27./28.März 2010

SKEMA de Lille, avenue Willy Brandt, 59000 Lille, Amphi A

En 1908, Sigmund Freud compare la littérature à une activité « de fantasme ». Son article va plus loin que le titre ne le laisserait entendre : il ne suffit pas de fantasmer pour écrire. Le fantasme soutient le désir, il ouvre une fenêtre sur le réel –  Fenêtre sur cour, le film d’Alfred Hitchcock, illustre bien cette « ouverture ».

Mais le désir, bien qu’articulé, reste inarticulable, comme l’observe Lacan. Et le reel ne pointe, la plupart du temps, que sous la forme de l’angoisse dans l’embrasure de la fenêtre du fantasme. Aussi, est-ce par le rejet que réagit l’être parlant à l’impossibilité d’exprimer son désir et à l’angoisse causée par le réel. Il ne veut rien en savoir : il refoule ou rejette son désir et fuit le réel Cependant, depuis la nuit des temps, le chant des sirènes attire les poètes. L’écriture leur permet de les approcher, mais ils restent attachés au mât d’une réalité rassurante, ainsi qu’Ulysse sur son navire.

Féru de lettres, grand lecteur de Shakespeare et jaloux de certains écrivains comme Arthur Schnitzler, Freud a frayé une autre voie vers ces zones où l’homme rencontre son destin. Il a inventé la psychanalyse dont on peut, avec Lacan, définir l’objectif : libérer le désir inconscient par la répétition de la demande, adressée par un sujet à un psychanalyste, de trouver son chemin dans une vie dont le langage voile les vrais enjeux, ceux de la sexualité, et avant tout, la question de savoir si un homme et une femme peuvent se rencontrer.

Dans le projet freudien (La question de l’analyse profane, 1927) de fonder de « hautes études » de psychanalyse, la littérature joue un rôle éminent. Et pourtant, ce n’est par goût des belles lettres. Freud, s’il appréciait le theatre d’Henrik Ibsen, ne méprisait pas pour autant la littérature mineure (La Gradiva de W. Jensen, par exemple), prenant son matériel là où il le trouvait. Lacan s’oppose à son tour aux lubies des beaux esprits en jouant volontiers sur l’équivoque du mot « lettre » : le « ruissellement des petites lettres » des mathématiques lui importait autant que celui des textes littéraires.

De tout temps, des hommes et des femmes ont avoué qu’il leur aurait été impossible de se maintenir dans l’existence s’ils n’avaient pas écrit. C’est sur cette fonction salvatrice de la littérature que Lacan pouvait se fonder quand il faisait de celle de Joyce un symptôme, voire un « sinthome ». Terme de l’époque de Rabelais, le « sinthome » désigne sous la plume de Lacan un lien réparateur sans lequel un sujet risque de sombrer dans la folie. À Joyce et quelques autres, l’écriture a servi d’un tel lien. Loin de renforcer le narcissisme ou la simple demande de reconnaissance sociale, l’écriture peut s’avérer nécessaire. Aussi la psychanalyse se laisse-t-elle instruire par la littérature. L’écriture et la psychanalyse sont solidaires puisque toutes les deux, et chacune à sa façon, défendent l’existence du sujet contre la jouissance dévastatrice qui parfois menace de l’annihiler. L’écriture dans ce sens débroussaille « ce qui ne cesse pas de s’écrire » de façon sauvage dans les symptoms morbides. On peut dire que le sinthome littéraire est un antidote du symptôme ravageur. À cet égard, le psychanalyste qui veut dissoudre ce dernier par son interprétation doit beaucoup apprendre des poètes.

Non, la psychanalyse ne se laisse ni réduire, ni « appliquer » à la littérature !

L’une rencontre plutôt l’autre sur certains points nodaux de la structure dans laquelle nous évoluons. Nous avons déjà insisté sur la fonction du sinthome. Voici encore deux autres points de rencontres :

1. Et l’inconscient et les poètes jouent avec la lettre – mais pas de la meme façon, comme on le voit avec l’auteur de Finnegans Wake, qui était « désabonné à l’inconscient ».

2. « La vérité a structure de fiction », rappelle Lacan dans son écrit « Lituraterre ». Certaines oeuvres (de Kleist jusqu’à Borges) dramatisent le caractère fictionnel de la vérité tandis que les paradoxes de la logique décrivent les voies par lesquelles la vérité se soustrait à la formalisation.

À la différence du signifiant qui représente le sujet, la lettre touche à la jouissance qui, elle, n’est pas représentable. Lacan pense la lettre comme située à la lisière entre le savoir et la jouissance, comme orientée vers ce que Freud, dans son Inter-prétation des rêves, a appelé « l’inconnu » (das Unerkannte). Elle ne peut pas représenter mais seulement cerner ce réel.

Notre colloque réunira des chercheurs (en histoire, comme aussi en critique littéraire et artistique), des hommes et des femmes de théâtre ainsi que des psychanalystes. Ils confronteront le fruit de leurs recherches sur les dessins de la lettre, dans le double sens de cette expression: du fait de leurs constellations, les lettres de tout texte littéraire sérieux dessinent la frontière entre le savoir et la terre inconnue à laquelle se heurte ce savoir, montrant ainsi que le savoir lui-même ne nous est pas si familier, même quand nous pensons le maîtriser. Par ailleurs, « dessin » consonne avec « dessein » dont il partage l‘origine, et renvoie à « destin », voire à « destination ». C’est pourquoi les chercheurs, orateurs de notre colloque, s’intéresseront également aux voies des lettres quand elles interviennent dans le destin de l’être humain, incarné par les héros des romans de toutes les époques.

Franz Kaltenbeck

Samedi 27 mars 2010

SKEMA de Lille, avenue Willy Brandt, 59000 Lille

Amphi A

9h15-11h

Ouverture et présidence, Sylvie Boudailliez, psychanalyste, présidente de l’A.l.e.p.h.

Geneviève Morel,

Emmanuel Bove : l’homme piégé

Paul Audi

—   Le paradoxe du Surmâle (Alfred Jarry)

—Pause café—

11h 30-13h

Présidence, Isabelle Baldet, psychanalyste

Jacques Aubert

—   A propos de V. Woolf et de la peinture

Léon Vandermeersch

—   De la divination à l’écriture : comment sont nés les caractères chinois

—Pause déjeuner—

15h -16h 30

Présidence, Frédéric Yvan, psychanalyste

Bruno Nassim Aboudrar,

—   INRI : lettre(s), mort, désir

Jean Bollack

—   Analyse de quelques lectures de la Bible faites par des psychanalystes

—Pause  thé —

17h-18h30

Présidence, Sylvie Nève, psychanalyste

Franz Kaltenbeck,

—   David Foster Wallace au-delà du principe du plaisir

Régis Michel

—   De l’analyse corporelle : un théâtre sans divan

—Cocktail—19h -19h 45

Dimanche 28 mars 2010

SKEMA de Lille, avenue Willy Brandt, 59000 Lille

Amphi A

10-11h30

Présidence, Brigitte Lemonnier, psychanalyste

Bernard Baas,

— « Entre » philosophie et psychanalyse : la littérature comme expérience

Marcus Coelen

—   « Tmêsis » – Syntaxe, Séparation, Solitude

(Lacan, Blanchot, Kleist)

—Pause café—

11h 45-13h

Présidence, Eric Le Toullec, psychanalyste

Michael Meyer zum Wischen,

—   Une écriture à dessein hors la loi : la maladie de la mort (Duras)

Regula Schindler,

—   Lacan lecteur de Claudel : le martyre de la lettre chez Sygne de Coûfontaine

14h 30 -16h

Présidence, Jean-Paul Kornobis

Monique Vanneufville

—    A l’ombre du père

Lucile Charliac

—   Lenz selon Büchner

Conclusion du colloque : Franz Kaltenbeck

Arguments du colloque

  • Bruno Nassim Aboudrar,

—   INRI : lettre(s), mort, désir

INRI : le titulus de Jésus accroché au-dessus de la croix, porteur d’une vérité paradoxale (Jésus n’est pas le roi qu’on l’accuse d’être, mais bien plus encore), est un des éléments – l’élément littéral – autour duquel, par lequel s’organise l’économie spéciale du désir et du deuil, de la séparation et de l’union, de la lettre et du fantasme que l’on nomme dévotion chrétienne. Autour de ce fait mélancolique, ma communication tentera d’interroger la figurabilité de ces lettres, auxquelles les peintres ont parfois cru devoir mêler d’autres lettres (vraies ? fausses ?) renvoyant, elles, à l’étiologie hébraïque du jugement de mort.

Bruno Nassim Aboudrar, professeur d’esthétique – Théorie de l’art à l’Université de Paris 3-Sorbonne nouvelle. Auteur de Voir les fous, Paris, PUF, 1999 ; Nous n’irons plus au musée, Paris, Aubier, 2001. Ici-bas (roman), à paraître en avril 2009 chez Gallimard.

  • Jacques Aubert,

—    A propos de V. Woolf et de la peinture.

Une sœur peintre, proche. Des amis qui ne le furent pas moins. Des propos divers. Et puis, peut-être, un certain regard.

Jacques Aubert, professeur émérite des Universités, membre de l’ « Ecole de la cause freudienne ». Il a édité les Œuvres de James Joyce dans la Bibliothèque de la Pléiade (2vol., 1982 et 1995), ou il es également responsable d’une édition sur Virginia Woolf.

  • Paul Audi

—   Le paradoxe du Surmâle

Dans l’univers des contributions de la littérature à la psychanalyse, Le Surmâle d’Alfred Jarry, roman paru en 1902, devrait jouer un rôle de première importance, à condition toutefois d’en interroger la lettre dans la perspective des rapports entre le désir, la demande et l’amour. Ma communication entend présenter les grandes lignes d’un travail que j’espère publier à l’automne 2010, où la double question lacanienne du non-rapport sexuel et de sa suppléance par l’amour se voit recevoir de Jarry un éclairage décisif.

Paul Audi est philosophe et éditeur aux P.U.F. (où il codirige la collection « Perspectives critiques »). Il a, par ailleurs, publié de nombreux ouvrages sur Schopenhauer et la tradition du « pessimisme philosophique » allemand. On lui doit également des ouvrages remarquables sur Romain Gary, sur J.-J. Rousseau.

  • Bernard Baas,

« Entre » philosophie et psychanalyse : la littérature comme expérience

La littérature est d’abord « expérience » littéraire, littéraire et littérale — littérale au sens étymologique de l’aventure où l’on revient d’une limite (ex-périence). Comment penser cette limite et ce passage à la limite ?

Bernard Baas, professeur agrégé, docteur en philosophie, enseigne en classe de khâgne à Strasbourg. Il a publié notamment  Le désir pur (1992), L’Adoration des Bergers (1994), De la Chose à l’objet (1998). Ces ouvrages ont été traduits et publiés en plusieurs langues étrangères. Dernière publication : La voix déliée (2010, éd. Hermann).

  • Jean Bollack

—    Analyse de quelques lectures de la Bible faites par des psychanalystes

Lecture insistante de quelques passages de la Bible faites par des psychanalystes et qui ont pu donner lieu à des réinterprétations.

Jean Bollack : né en 1923 à Strasbourg, a fait ses études aux Universités de Bâle et de Paris. Il a enseigné comme professeur de littérature grecque à Lille, où il a créé en 1967 un « Centre de recherches philologiques » y développant les principes d’une herméneutique critique, appliquée d’abord aux Présocratiques, puis surtout à Epicure et aux Tragiques. Il a étendu ses intérêts à la littérature moderne (principalement à son ami Paul Celan) à l’art (théâtre avec tout récemment, le 13 juillet 2009, en direct sur France culture et en public depuis la cour du musée Calvet à Avignon, la direction de la lecture de l’Electre de Sophocle dont il signe également la traduction avec sa femme Mayotte Bollack.) et au dialogue avec la psychanalyse.

  • Lucile Charliac

—   Lenz selon Büchner

Le Lenz de Büchner constitue un récit fragmentaire, consacré de bout en bout à un moment crucial du déclenchement d’une psychose, qui vient sceller la destinée d’un grand écrivain, en le réduisant au silence peu après qu’il s’est fait connaître. Cet écrivain, Jakob, Michaël, Léopold Lenz, est de deux générations l’aîné de Büchner, lequel a précisément  trouvé dans son œuvre théâtrale et ses écrits sur l’art une importante source d’inspiration.

La tentative de Büchner d’appréhender, chez ce frère de lettres, l’irruption de la folie dans un récit partiellement fictionnel, dont l’étrangeté et la richesse ont suscité et continuent à susciter d’innombrables interrogations et commentaires, peut paraître particulièrement surprenante en une époque où le savoir psychiatrique est balbutiant. Autant qu’à la manière dont bascule une destinée, Büchner s’intéresse dans son texte à la présence qu’il suppose chez son personnage d’une jouissance qui le submerge dans les intervalles laissés vacants par ses moments d’extrême angoisse, jouissance qui ne se traduit plus pour son entourage que dans des délires d’auto-accusations. Intéressante est à cet égard la manière dont Büchner réinterprète un document sur lequel il étaie sa fiction, celui établi par le pasteur Oberlin, qui a hébergé Lenz durant la période embrassée par le récit de Büchner.

On peut dès lors s’interroger sur l’usage de la lettre qui est celui de Büchner lorsqu’il se fraie  ainsi, par l’écriture poétique, un accès à la folie de l’autre. Que tient-il en lisière ? Jusqu’où identifie-t-il sa propre voix à celle du Lenz qu’il ressuscite ? Quel nouage réalise-t-il entre le réel que la lettre a vocation à cerner et l’écriture poétique ?

Lucile Charliac, archéologue et linguiste de formation, est psychanalyste à Paris.

  • Marcus Coelen

—   « Tmêsis » – Syntaxe, Séparation, Solitude

« Jeder Satz ein Sprung ». À partir de cet intraduisible – une phrase allemande, ou presque – je me propose de réfléchir dans mon intervention, sur les rapports entre la « grammaire en tant qu’elle fait scie au sens » (Lacan, « Peut-être à Vincennes »), l’affirmation blanchotienne d’une « solitude essentielle », liée à l’écriture et l’exigence de séparation en psychanalyse. Sera centrale la « figure » – si elle en est une – de la tmèse : coupure et déplacement de ce qui ne « vit » que difficilement sans attachement à son mot, mais qui fait d’autant mieux éclat dans ses exemples homériques, kleistiens et d’autres.

Marcus Coelen est : Professeur assistant aux départements des Lettres romanes et de Littérature générale et comparée de la Ludwig-Maximilans-Universität, Munich et psychanalyste ; a traduit de Maurice Blanchot les Ecrits politiques. 1958-1993 (Berlin : Diaphanes, 2007) ainsi qu’édité et traduit un recueil de ses textes et fragments philosophiques (Das Neutrale. Berlin : Diaphanes, 2008) ; auteur d’un livre sur Proust (Die Tyrannei des Partikularen. Lektüren Prousts. Munich : Fink, 2007).

  • Franz Kaltenbeck,

—    David Foster Wallace au-delà du principe du plaisir

Avec son roman Infinite Jest (1996), David Foster Wallace (1962-2008) a été reconnu par ses pairs comme l’écrivain américain le plus important de son époque. Souffrant d’une psychose maniaco-dépressive, il s’est donné la mort en septembre 2008.

Jest peut se traduire par « plaisir », mais aussi par « plaisanterie », voire « raillerie ». En effet, DFW produit un humour particulier. À la recherche d’un nouveau langage littéraire que je me propose d’étudier, il met en lumière les impasses subjectives de ses personnages, engagés dans une course effrénée pour atteindre la jouissance via le sexe, la drogue, l’alcool, l’argent, et écrivant ainsi le cauchemar de son époque.

Franz Kaltenbeck, psychanalyste à Paris et à Lille, ainsi que dans le département médico-psychologique de la maison d’arrêt de Sequedin au Centre Hospitalier Régional Universitaire de Lille. Rédacteur en chef de « Savoirs et clinique ». Revue de psychanalyse. Des publications dans des journaux psychanalytiques et littéraires. Auteur de « Reinhard Priessnitz. Der stille Rebell » (Literaturverlag Droschl, Graz, Wien, 2006). Activité dans la recherche et l’enseignement de la clinique et la théorie psychanalytique, ainsi que de la littérature du XXe. Siècle.

  • Michael Meyer zum Wischen,

—   Une écriture à dessein hors la loi : le dessin/destin des lettres et la maladie de la mort

Ce discours doit démontrer que « La Maladie de la Mort » de Marguerite Duras s’avère être une  œuvre qui a pour sujet l’écriture même et la lecture. Le texte performe un processus d’écriture face à la circonstance que « l’homme et la femme sont irréconciliables » étant donné que cette incompatibilité tire son origine de l’altérité fondamentale du féminin. Le dessein de l’écrivaine Marguerite Duras était de risquer, dans le dessin de ses lettres, une ouverture de la loi vers le réel, vers un hors de la loi. Ainsi la lettre se lie avec une ‘alterité… relativement à l’ordre symbolique et phallique’ (Geneviève Morel).

Michael Meyer zum Wischen, docteur en médecine, spécialiste en psychothérapie et des maladies psychosomatiques. Cabinet psychanalytique à Cologne. Membre de l’Association pour la psychanalyse freudienne (Assoziation für die Freudsche Psychoanalyse, AFP) et de la Société Freud-Lacan, association psychanalytique de Berlin (Freud-Lacan Gesellschaft, Psychoanalytische Assoziation Berlin, FLG). Co-fondateur du collège psychanalytique (Psychoanalytisches Kolleg) en Allemagne. Membre de l’A.l.e.p.h. et du C.p.-A.l.e.p.h..Publication d’articles, surtout sur la psychanalyse de la psychose, dans « Jahrbuch für Klinische Psychoanalyse » (annuaire de la psychanalyse clinique), dans la collection de livres « Psychoanalyse » d’édition « transcript », dans les « arbeitsheften kinderpsychoanalyse » (cahiers de psychanalyse des enfants) et dans la revue « Texte ».

  • Régis Michel

—   De l’analyse corporelle : un théâtre sans divan

Le corps de la modernité s’invente chez Grotowski, dans les années soixante, avec l’action physique, qui est contemporaine de l’actionnisme viennois. Le corps est le grand oublié de la psychanalyse, théâtre du divan où sévit le couple infernal du phallos et du logos. Mais à l’Est toujours du nouveau : l’analyse corporelle de la posthumanité …

Régis Michel : Conservateur en chef des arts graphiques au Musée du Louvre, Paris

  • Geneviève Morel,

—   Emmanuel Bove : l’homme piégé

Dans Le piège (1945), Emmanuel Bove décrit un homme qui s’enferre progressivement dans ses propres pensées et ses démarches, comme en bute à une inexorable fatalité. Dans ce dernier roman, qui n’eut aucun succès à la Libération parce qu’on préférait alors une lecture plus héroïque de la Résistance, Bove a capté l’esprit ambigu de Vichy. Mais il l’avait anticipé, comme le montre sa production romanesque, prolixe entre 1928 et sa mort, en 1945 : ses personnages, qui se cherchent une place dans une société qui les rejette ou dont ils s’excluent, passent leur temps à échafauder des hypothèses vaines sur le pouvoir dont ils tentent de s’approcher, ce qui les amène à leur perte. J’essaierai de lire cet auteur à la fois fascinant et insaisissable, dont la biographie est à elle seule un roman, dans la perspective de l’articulation du surmoi au surmoi culturel (Kultur-überich), proposée par Freud en 1930 dans Le Malaise dans la civilisation.

Geneviève Morel, psychanalyste à Paris et à Lille, ancienne élève de l’ENS, docteur en psychologie clinique. Dernier ouvrage paru : « La loi de la mère. Essai sur le sinthome sexuel ». Erès, 2008. Enseignante à « Savoirs et clinique », présidente du C.P.-A.l.e.p.h.

  • Monique Vanneufville,

—    A l’ombre du père

Ce qui est dit de l’écriture et de la littérature dans l’échange de lettres entre Anna et Sigmund Freud (correspondance intégrale parue en 2006 chez Fischer) et entre Anna et Lou Andreas-Salomé.

Monique Vanneufville, germaniste.

  • Léon Vandermeersh

—    De la divination à l’écriture : comment sont nés les caractères chinois

Comme dans beaucoup de cultures préhistoriques de l’Asie du Nord, dans celles du néolithique chinois était pratiquée la scapulomancie, divination par interprétation des craquelures produites par le feu sur les os plats (omoplates) d’animaux.  Cependant, dans la dernière phase du néolithique, en Chine cette technique a été portée a un très haut niveau de sophistication qui a abouti à la production quasi-expérimentale de craquelures stéréotypées en forme de *T* couché, ne comportant qu’un nombre limité de variantes. Comme à chacune de ces variantes a été attachée une signification manticologique déterminée, les craquelures scapulomantiques normalisées, devenues formellement des /signifiants/, ont pu être assimilées à des /mots graphiques/. L’idée d’extrapoler le principe de ces mots graphiques à la fabrication de signes graphiques composant une langue graphique divinatoire, élaborée par les devins pour annoter sur les pièces divinatoires elles mêmes (omoplates de bovidés et écailles de tortue) les divinations qui y avaient été effectuées, en vue de leur archivage “scientifique”, pourrait bien avoir été à l’origine de l’invention des caractères chinois. Ceux-ci, en effet, n’apparaissent d’abord que comme des graphies avec lesquelles sont composées les épigraphes gravées en annotations le long des craquelures divinatoires, pour mémoire des données  de chaque divination. Cent cinquante mille fragments de pièces divinatoires inscrites de cette manière ont été découverts depuis 1899, date à partir de laquelle les recherches ont commencé.

Léon Vandermeersch, ancien membre scientifique de l’Ecole française d’Extrême-Orient, en mission successivement à Hanoi, Kyoto et Hong Kong avant d’enseigner la langue et la civilisation chinoise comme maître de conférences, puis professeur, aux Universités d’Aix-en-Provence, puis Paris VII, et enfin comme directeur d’étude à l’Ecole pratique des hautes études. Il a été directeur de la maison franco-japonaise de Tokyo et de l’école française d’Extrême-Orient. Spécialiste de la culture chinoise en Chine et dans les pays sinisés (Japon, Corée, Viêtnam), il est l’auteur de nombreux ouvrages et de centaines d’articles portant sur divers sujets de cette spécialité.

14.  Regula Schindler,

Martyre de la lettre: Sygne de Coûfontaine

Lacan prend l’héroïne de la première pièce de la trilogie claudélienne „L’Otage“ comme témoin d’une „surimposition de la marque du signifiant“. Ce que le signifiant impose au sujet se redouble d’une lettre tissée dans la chair: l’héroïne sera amenée „au plus profond du refus“, au refus d’une dette symbolique au service de laquelle elle avait engagé toutes ses forces et lié toute sa vie.

Ceci s’annonce déjà dans le nom : la lettre y surplombe le i de Signe, et ébauche la croix qui, dans le dernier geste muet, „psychosomatique“, se substituera à l’héroïne mourante.

Cette figure d’une femme aristocrate archi‐catholique qui, dans les errances postrévolutionnaires, va à sa déperdition, quel intérêt aurait elle pour nous ? Les questions de la foi et de la dette perdue, et de ce qui s’y substitue, nous concernent toujours au plus vif de notre pratique : comment les poser ?

Regula Schindler, psychanalyste à Zurich, ex-présidente du Lacan Seminar Zurich, membre de l’ALI (Association Lacanienne Internationale) depuis 1990. Publications (dans le journal RISS, le Bulletin de l’ALI, et plusieurs livres) sur divers topoï du champ psychanalytique entre Freud et Lacan, et quelques traductions. Regula Schindler présente un intérêt particulier dans l’échange et la circulation entre le discours analytique et les autres formes du discours : littéraire, artistique, psychiatrique.

Näheres hierzu bei:  Michael Meyer zum Wischen, praxismzw@web.de